Offizielle Sendungen bei der Schweizerischen Post: mangelnde Transparenz
La plainte
Zweimal habe ich mich beim Kundenservice der Schweizerischen Post gemeldet, weil an meinem Briefkasten trotz „Bitte keine Werbung“-Schild unerwünschte Werbung eingeworfen wurde, deren offiziellen Charakter ich nicht erkennen konnte. In beiden Fällen konnte mir der Kundenservice keine nachvollziehbare, transparente Begründung für die Einstufung dieser Sendungen als offiziell liefern.
Beispiel 1 (Dezember 2024):
Eine pseudoadressierte Briefsendung („An alle Konsumenten“) der mir bislang unbekannten „Schweizerischen Verbrauchermeldezentrale“ (SVMZ) wurde als offizielle Sendung eingestuft. Diese Organisation, deren rechtlicher Sitz sich im Kanton Thurgau befand, war dort nicht als steuerbefreit anerkannt und scheint heute nicht mehr zu existieren. Eine überzeugende Begründung für die Einstufung als offizielle Sendung konnte mir nicht geliefert werden.
Beispiel 2 (September 2025):
Ein Flyer zum Anlass „Vo Puur zu Puur“, organisiert von der Organisation Naturtalent.ch (hinter der der Zürcher Bauernverband steht) und unterstützt von grossen Sponsoren wie Migros, Mobiliar und Emil Frey, wurde ebenfalls als offizielle Sendung erklärt. Auch hier sehe ich keinen legitimen Grund, warum eine solche Sendung an alle Haushalte hätte zugestellt werden dürfen. Auch der Zürcher Bauernverband ist keine gemeinützige, steuerbefreite Organisation und der beworbene Anlass hat durch das Sponsoring einen kommerziellen Charakter.
Nach meinem Verständnis sollten offizielle Sendungen für den Durchschnittsempfänger sofort erkennbar sein: Dazu gehören etwa behördliche Mitteilungen, politische Werbung oder Spendenaufrufe von ZEVO-zertifizierten, gemeinnützigen Organisationen. Bei den oben genannten Beispielen ist dieser offizielle Charakter aus meiner Sicht nicht gegeben. Daher stellen sich mir folgende Fragen:
Wer prüft?
Gibt es bei der Post eine unabhängige Stelle, die den offiziellen Charakter einer Sendung nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien überprüft, oder ist es dem Direct-Marketing-Kunden selbst überlassen, seine Sendung als offiziell zu deklarieren?
Fehlersicherung?
Verfügt die Post über ein stringentes Qualitätsmanagementsystem, das sicherstellt, dass im Zweifel nicht einfach jede Sendung als offiziell gilt und damit der „Stopp Werbung“-Kleber immer wieder ausgehebelt wird?
Es wäre wünschenswert, wenn die Post die Klassifizierungspraxis transparenter gestalten und die Kriterien für offizielle Sendungen nicht gar so grosszügig handhaben würde. So könnte das Vertrauen in die Regelung gestärkt werden.
Les attentes
- Explications
La réponse
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Die Post La Poste La Posta Swiss Post 18.09.2025
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